Pressemitteilung
Die Ziele der IG "unser Donaumoos" sind nicht klimatauglich
Karlshuld tritt der IG "unser Donaumoos" bei. Deren Forderungen würden wertvolle Zeit vergeuden und dem Moos weitere Schäden zufügen. Holger Geißel nimmt als Vorsitzender des ÖDP-Kreisverbands und der IG "Schorner Röste - Zukunft Donaumoos" dazu Stellung. Er fordert, dass Bauern vom Freistaat Bayern bezahlt werden sollen, wenn sie etwas für die Erhaltung des Moores leisten.
Die Zeit läuft dem Donaumoos davon. Die ÖDP warnt vor unumkehrbaren Schäden.
Weiß die Gemeinde Karlshuld mit ihrem Bürgermeister Lederer bei diesem Beitritt zur IG "Unser Donaumoos" tatsächlich, was sie damit bewirkt und welche Folgen dieser Beschluss hat? Konkret schlägt die Interessengemeinschaft eine Flurbereinigung im gesamten Donaumoos vor. So ein Prozess kann Jahrzehnte in Anspruch nehmen und wurde in der Vergangenheit von den Möslern vehement abgelehnt. Wollen die Kartoffelbauern mit dieser Strategie nur Zeit schinden und vorerst weitermachen wie bisher? Die geradezu diskreditierenden Worte von Dittenhauser gegenüber der Wissenschaft sollen wohl von den wissenschaftlichen Befunden ablenken. Dabei ist doch unübersehbar, was Klimaerhitzung und entwässerungsbasierte Landnutzung im Moos anrichten. Mal sind es Moorstaubstürme und unerträgliche Hitze mit handbreiten Trockenrissen, selbst im Grünland. Dann nach zwei Tagen Regen, große überstaute Mooräcker auf enorm verdichteten, weiter absackenden Moorböden.
Wir als IG Schorner Röste - Zukunft Donaumoos fordern mit unseren Verbündeten und den vielen schweigenden Menschen im Moos angesichts des weiteren fortschreitenden Moorschwundes, den gigantischen Mengen an ungebremst austretenden Klimagasen, dem rapiden Verlust an moortypischen Tier- und Pflanzenarten ernsthaft und eindringlich die Kommunalpolitik auf, sich endlich für alle Menschen im Moor einzusetzen und nicht wieder in die Zeit von 1983 zurückzufallen, in der auch neue Kanäle gefordert wurden.
Es ist sicherlich verständlich, wenn die Ackerbauern an ihrem Projekt festhalten. Doch die Kollateralschäden für die Natur, das Grundwasser, die Biodiversität und die Klimaerhitzung sind beträchtlich. Auch der monetäre Wertverlust der Moorböden schreitet weiter zügig voran.
Deshalb sollten sich jetzt alle Gemeinden vielmehr dafür einsetzen, dass der Freistaat Bayern verlässlich eine einkommenausgleichende und generationen übergreifende Honorierung für Gemeinwohlleistungen zusichert. Wenn sich allerdings die Moosgemeinden von der IG "Unser Donaumoos" einbinden lassen und deren Ziele von gestern annehmen, wäre es ehrlicher, die in Aussicht gestellten Fördermittel des Freistaats Bayern, nicht weiter anzunehmen, denn andernorts werden diese Mittel für echten Moor- und Klimaschutz angesichts knapper Kassen dringend gebraucht.